Rezension zu „Die Enthüllung“ von Mario Vargas Llosa

Der wohlhabende Enrique führt eigentlich ein glückliches Leben mit seiner Frau – bis eines Tages ein schmieriger Reporter eines noch schmierigeren Blattes vor seiner Tür steht und ihn mit pikanten, schmutzigen Fotos erpresst. Enrique steht vor den Trümmern seiner Existenz, doch so leicht lässt er sich nicht unterkriegen und verwickelt sich in ein gefährliches Spiel.
Gleichzeitig entdeckt seine Frau prickelnde Gefühle für ihre beste Freundin…

Bei Romanen von Nobelpreisträgern habe ich bisher sehr gemischte Erfahrungen gemacht. Entweder war ich unendlich begeistert oder ziemlich enttäuscht. Bei diesem Roman leider letzteres. Was hätte der Autor Mario Vargas LLosa aus dem Stoff machen können!

Er zeichnet ein realistisches Bild des Perus der Neunzigerjahre. An der Spitze ein Diktator, der sich nicht scheut, die Medien zu seinen Gunsten zu nutzen und unliebsame politische Gegner ins Abseits zu katapultieren. Und wer hätte besser über diese Zeit schreiben können, als der Autor, der nicht nur selbst Politiker ist, sondern auch noch gegen genau den Diktator damals kandidiert hat. Ein Zeitzeuge also.

Herausgekommen ist aber ein Thriller, der nur Mainstream ist. Für mich gab es keine Genialität, nichts Herausragendes, was einem im Gedächtnis bleibt.

Noch dazu driftet er in die erotische Schiene ab, was aber nicht schön zu lesen ist, und sich eher wie die Gedanken eines älteren Lustmolchs liest. Das brauche ich nicht und es trägt in meinem Augen nichts zum Roman bei.

Einige interessante Personen tauchen auf, die größere Nebenrollen einnehmen. Diese hätten für mich noch mehr Gewicht haben können, denn hier treten wenigstens ein paar interessantere Intrigen hervor.

Alles in allem aber ist der Roman enttäuschend gewesen und hätte viel mehr Potenzial gehabt.

dreisterne

42560

Erschienen: 10.10.2016
Gebunden, 301 Seiten
ISBN: 978-3-518-42560-2

Suhrkamp Verlag

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2 Gedanken zu “Rezension zu „Die Enthüllung“ von Mario Vargas Llosa

  1. Mir ging es mit dem Autor genauso, ich war megaenttäuscht. Ich habe 2015 im Rahmen der Nobelpreisträger-Challenge einer Bloggerin „Das böse Mädchen“ gelesen und da war auch nichts Geniales und nichts, was im Gedächtnis bleibt, schon überhaupt nichts, was man weiter empfehlen würde. Hab den Autor für mich abgehakt.

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  2. Salut! Auch wenn ich den Roman ganz großartig fand, hat mir deine Rezension gut gefallen. Ich glaube, ich habe zu der Geschichte einen guten Zugang gefunden, weil ich bei der Berliner Buchpremiere anwesend war, dort von Vargas Llosa viel zum Buch erklärt wurde und Hanns Zischler ganz wunderbar gelesen hat. Die Sexszenen fand ich aber auch total überflüssig und völlig daneben.

    Hast du noch was anderes von Vargas Llosa gelesen? Falls nicht, dann empfehle ich dir Bücher wie Das Fest des Ziegenbocks und Tod in den Anden.

    Liebe Grüße!

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