Rezension zu „Der Pfau“ von Isabel Bogdan

fünfsterne

Die McIntoshs besitzen ein uriges, rustikales Anwesen in den schottischen Highlands, das sie für ruhige Urlaube fernab jeglicher Zivilisation vermieten und leben dort mit allerlei Getier zusammen. Vor allem ein Pfau sorgt für einigen Trubel, seit er seine Vorliebe für alles, was blau ist, und am besten noch glänzt, entdeckt hat. Ärgerlich nur, dass das Auto, mit dem Chefbankerin Liz zu einem Teambuilding-Wochenende bei den McIntoshs gekommen ist, genau das ist: blau und glänzend. Um sich einigen Ärger zu ersparen, hat Lord McIntosh eine fixe Idee parat. Derweil startet Liz alles andere als begeistert ins Wochenende, denn wohlgemerkt als Städterin, die höchstens mal zur Jagd aufs Land fährt, hat sie sich ihren Ausflug weniger rustikal und vor allem mit viel weniger Natur vorgestellt.

Herrlich amüsant zieht sich ein mal offensichtlicher, mal unterschwelliger Humor von der ersten Seite an durch den ganzen Roman. Dieser wird unterstützt durch den ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin Isabel Bogdan, der komplett ohne wörtliche Rede auskommt, diese aber auf keiner Seite vermissen lässt, und stattdessen konsequent die indirekte Rede verwendet. Diese Art zu Schreiben führt hier dazu, dass die ganze Zeit über ein ironischer Unterton vorherrscht, der ein ordentliches Tempo in die Geschichte bringt und den Roman flüssig lesen lässt.

Der Pfau stellt allerlei Unsinn an, bis Lord McIntosh mit seiner pragmatischen Idee um die Ecke kommt. Danach beginnt ein herrlich komisches Verwirrspiel, denn aus der siebenköpfigen Gruppe des Teambuilding- Wochenendes hat jeder einen Teil seines Vorhabens mitbekommen und jeder etwas vorm anderen zu verbergen. Es ist sehr unterhaltsam, zu lesen, wie die einzelnen Personen sich verhalten und versuchen, die anderen nicht zu beunruhigen. Situationskomik vorprogrammiert!

Neben der Sache mit dem Pfau ist es nicht weniger amüsant von der Bankergruppe und diesen grundverschiedenen Typen von Mensch zu lesen. Außer Chefin Liz, Kontrollfreak durch und durch, sind die resolute Köchin Helen, die junge Psychologin Rachel, der selbstbewusste Andrew, der nörgelnde Bernard, der zurückhaltende David und der stets gut gelaunte Jim mit von der Partie. Beim Lesen habe ich mich mehr als einmal ertappt, wie ich mir vorgestellt habe, welcher der Typen mir am Ähnlichsten ist und wie ich mich wohl während des Wochenendes verhalten hätte. Nicht nur wer so etwas schon mal erlebt hat, wird sich jedenfalls schnell wiederfinden. Obwohl es viele Charaktere sind, die in diesem Roman vorkommen, lernt man alle schnell kennen und auf ihre eigene Weise sind sie einem alle ungeheuer sympathisch.

Hervorzuheben ist neben dem Inhalt auch die wunderschöne Gestaltung des Buches. Auf dem Cover ist ein stilisierter Pfau zu sehen, der künstlerisch überaus gelungen ist. Der Pfau und die Schrift auf dem Cover sind in blau und rot gehalten und noch dazu glänzend. Genau wie der Pfau komme ich bei einem solchen Anblick ins Schwärmen! Ich würde das Buch am liebsten nicht mit dem Buchrücken, sondern mit dem Cover nach vorne ins Regal stellen. 🙂

Fazit: Es ist eine Freude diesen lustigen und hervorragend konzipierten Roman zu lesen und die herrlich verrückte Reise ins schottische Hinterland mit all den liebenswerten Personen mitzuerleben.

9783462048001

Verlag: Kiepenhauer & Witsch

ISBN: 978-3-462-04800-1
256 Seiten, gebunden

Erscheinungsdatum: 18.02.2016

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4 Gedanken zu “Rezension zu „Der Pfau“ von Isabel Bogdan

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