Rezension zu „Der Hut des Präsidenten“ von Antoine Laurain

fünfsterne

An einem Abend, als Daniel Mercier genüsslich in einem guten Restaurant in Paris speist, setzt sich kein geringer als der franzözische Präsident François Mitterrand an den Nebentisch. Voller Ehrfurcht verbringt Daniel den Abend nur eine Armlänge von Mitterand entfernt. Als dieser mit seinen Begleitern die Brasserie verlässt, vergisst er versehentlich seinen schwarzen Filzhut. Von der unverhofften Begegnung noch ganz erfüllt, kann Daniel nicht anders und nimmt den Hut heimlich an sich – ab diesem Augenblick verändert sich sein Leben, denn mit dem Hut wächst Daniel über sich hinaus! Der Hut wandert noch zum dem ein oder anderen Besitzer, lässt Kreativität wachsen, alte Angewohnheiten überdenken und Träume wagen.

„Ein Hut verleiht seinem Träger eine Autorität über den, der keinen trägt, dachte er.“ S. 39

In diesem wundervollen Roman des Franzosen Antoine Laurain versinkt man von der ersten Seite an. Der besagte Hut des Präsidenten ist der eigentliche Protagonist der Geschichte und stellt das Leben seiner Träger gehörig auf den Kopf. Es ist, als würde von dem Hut eine Magie ausgehen, die es dem Träger ermöglicht, sein eigenes Potenzial zu entdecken und zum Positiven zu nutzen. Der Hut wandert und episodenhaft kann der Leser die Begegnungen mit vier ganz unterschiedlichen Menschen miterleben. Obwohl man einige Menschen nur kurz kennenlernt, wird man von ihren kleinen Geschichten mitgerissen, erfährt Vieles über ihren Charakter und kann sich daher in die Personen hineinversetzen. Mich persönlich hat am meisten die Geschichte von Pierre Arslan angesprochen, denn seiner Wandlung liegt ein ernstes Thema zugrunde, das sehr gut umgesetzt wird. Auch die Geschichte des letzten Hutträgers, bei der eine gesunde Portion Gesellschaftskritik mitschwingt, hat mich beeindruckt.

„Der Hut des Präsidenten“ ist ein Roman mit einem Schreibstil den man gern liest, der sehr nah am Leser ist, und Ironie, Poesie und feinen Humor durchblicken lässt. Gekonnt wird man vom französischen Charme eingefangen und in das Paris der Achtziger Jahre entführt, darf ein wenig träumen und sich über die vielen kleinen Details freuen, die das Buch ausmachen.

Nachdem die eigentliche Geschichte beendet war und mich schon mehr als beeindruckt hat, wurde dem Ganzen durch den Epilog nochmal ein Sahnehäubchen aufgelegt. Ein absolut rührenswerter Wink, der mich mit einem Lächeln im Gesicht zurückgelassen hat, obwohl ich ein wenig traurig war, dieses schöne Buch beendet zu haben. Ich kann euch „Der Hut des Präsidenten“ also uneingeschränkt ans Herz legen.

Der_Hut_des_Praesidenten

Atlantik Verlag
ISBN: 978-3-455-65022-8
Einband: Schutzumschlag
Seiten: 240
Erscheinungsdatum: 18.01.2016
Übersetzung: Claudia Kalscheuer
Advertisements

9 Gedanken zu “Rezension zu „Der Hut des Präsidenten“ von Antoine Laurain

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s