Kurzrezension zu „Auerhaus“ von Bov Bjerg

fünfsterne

Nachdem „Auerhaus“ von Bov Bjerg im Literarischen Quartett so hochgelobt wurde, wollte ich diesen Roman auch gerne lesen und wurde nicht enttäuscht. Meine Rezension halte ich diesmal eher kurz, denn es wurde ja schon sehr viel über das Buch geredet. 😉

Ich-Erzähler Höppner und seine Freunde sind in den 80ern kurz vorm Abitur, kurz vor einem neuen Abschnitt in ihrem Leben. Neben der Freude, die Schule bald beendet zu haben, stehen die Freunde vor schwierigen Entscheidungen und an einem Punkt, wo sich künftige Lebenswege ebnen. Ihre Horrorvision ist es, irgendwann ein Leben gelebt zu haben, das sich nur um „Birth – School – Work – Death“ gedreht hat. Vor allem Höppners kluger Freund Frieder weiß nicht, wohin ihn sein Leben führen soll und ob er überhaupt weiterleben möchte. Er hat einen misslungenen Suizidversuch hinter sich und nun viele Therapiesitzungen vor sich. Aus Sorge um Frieder beschließen Höppner, dessen Freundin Vera und Klassenkameradin Cäcilia zusammen eine WG in einem leer stehenden Haus zu gründen, welches sie bald ihr „Auerhaus“ nennen, und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Der Roman ist in einem erfrischenden Schreibstil gehalten, der zwar eine recht leichte, eher umgangsprachliche Sprache aufweist, aber dafür inhaltlich viel bietet. Viele ernste Themen werden behandelt, ohne dass der Autor den Zeigefinger erhebt. Ganz nebenbei spricht er über Existenzängste, Liebe, schwierige Lebensverhältnisse, Drogen, Homosexualität und vieles mehr, um im nächsten Satz schon wieder verrückte, typische unbedarfte Szenen des jugendlichen Alltags zu schildern. Gedanken über Leben und Tod ziehen sich durch den ganzen Roman und besonders mein Lieblingscharakter Frieder sticht in seinen Äußerungen heraus, denn er sagt wenig, aber das, was er sagt, ist immer eine Lebensweisheit, die den Leser so manches Mal zum Schmunzeln bringt. Eine empfehlenswerte Lektüre mit der perfekten Mischung aus Kurzweil und Tiefgang!

Bjerg_Auerhaus_U1.indd

Gebunden mit ausklappbarem Vorsatz, 240 Seiten
Blumenbar
978-3-351-05023-8

Zu Buchseite des Verlags

 

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3 Gedanken zu “Kurzrezension zu „Auerhaus“ von Bov Bjerg

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