Rezension zu „Die Grammatik der Zeit“ von Patricia Brooks

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Der namenlose Ich-Erzähler in „Die Grammatik der Zeit“ wird von seiner Freundin Sylvie verlassen. Um mit der Trennung klar zu kommen, besucht er eine gute Freundin, Judith. Als er in der Gegend an einem See vorbeifährt, stößt er auf eine junge, geheimnisvolle Frau, die verwirrt von einem Autounfall mit ihrem Exfreund berichtet. Auf einer von Judith veranstalteten Party treffen sich der Erzähler und die junge Frau, eine Tänzerin mit dem Künstlernamen Carlos, wieder und beginnen eine lockere Beziehung. Mit der Zeit häufen sich rätselhafte Ereignisse und der Erzähler beginnt, sich selbst und seine Wahrnehmung in Frage zu stellen.

„Die Grammatik der Zeit“ ist mir wegen des Titels und des schönen Covers sofort ins Auge gesprungen. Ich lese sehr gerne Bücher, die in irgendeiner Weise eine Zeitproblematik enthalten und konnte auch hier von Anfang an miträtseln und auf merkwürdige Erscheinungen der Zeit achten, was mir sehr gefallen hat.

Zu Beginn ereignet sich die Trennung zwischen dem Erzähler und Sylvie und die distanzierte, teils gefühllose und gleichgültige Art des Erzählers, der mich etwas an Homo Faber erinnert, hat mich angesprochen. In Rückblenden lässt die Autorin die Beziehung des Erzählers zu Sylvie von ihrem ersten Treffen an Revue passieren und thematisiert einige typische Beziehungsprobleme, die einen so manches Mal zum Schmunzeln bringen können.

Das Zeitgefüge wird nach der Begegnung mit Carlos immer sonderbarer und am Ende findet eine Auflösung des Ganzen statt, die mich persönlich nicht zufriedengestellt hat und etwas ratlos zurücklässt. Ich hätte mir mehr Rafinesse gewünscht, denn was nun wirklich hinter den verwirrenden Erscheinungen in der Zeit steckt, war mir zu einfach.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich sehr schnell und flüssig lesen, wobei ich die kurzen Sätze besonders zu Beginn des Romans erst einmal gewöhnungsbedürftig fand. Zum Ende, kurz vor der Auflösung, kam noch einmal besondere Spannung auf, da man als Leser unbedingt wissen wollte, wie dem Erzähler alles klar wird.

Fazit: „Die Grammatik der Zeit“ bietet eine Geschichte mit einer interessanten Zeitproblematik und erzählt von einer Beziehung, die typische Phasen durchlebt, in denen sich einige sicher selbst wiederfinden.

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Zur Buchseite des Verlags

Verlag Wortreich

ISBN 978-3-9503991-0-3
280 Seiten
Hardcover

 

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