Rezension zu „Weggeworfen“ von Tina Voß

dreisterneIn ihrem ersten Thriller „Weggeworfen“ aus dem Digitalverlag Edel&Electric widmet sich Autorin Tina Voß dem schwierigen Thema der Zwangsprostitution in der Ukraine. Diese und die häufig daraus resultierende Zahl der HIV-Erkrankungen hat auch aufgrund der Fußball Europameisterschaft in der Ukraine einen traurigen Aufschwung erreicht.

Die Journalistin Liv Mika bekommt von einem Informanten ein Foto geschickt, auf dem ein junges Mädchen zu sehen ist, das von einem deutschen Politiker vergewaltigt wird. Der Informant möchte sich mit Liv in Hannover treffen, um ihr noch weitere Fotos dieser Art zu zeigen. Doch zu dem Treffen kommt es nicht mehr, denn der Informant ist grausam ermordet worden. Liv beginnt zu ermitteln und macht den Politiker ausfindig, um ihn mit dem Foto zu konfrontieren und zum Reden zu bringen. Jedoch kommt alles anders, als sie es sich vorstellt: es gibt weitere Tote und Liv weiß nicht, wem sie noch trauen kann. Wagemutig begibt sie sich auf die Reise nach Kiew, direkt in das Zentrum des illegalen Mädchenhandels.

Aus den verschiedenen Perspektiven der auftretenden Personen erzählt, deren Namen zur Orientierung immer über den einzelnen Kapiteln stehen, wird der Leser durch den Verlauf der Geschichte geführt. Dabei gibt es viele Überraschungen und Wendungen, die die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten. Das Thema des Romans ist an sich sehr grausam und so muss man im ersten Drittel des Buches einige Szenen lesen, die nichts für zart besaitete Leser wie mich sind. Das ein oder andere Mal habe ich ein paar Zeilen übersprungen, die für meinen Geschmack zu brutal waren. Jedoch ist dies dem Thema angemessen und bleibt noch in einem ausgewogenen Rahmen. Livs Ermittlungen sind interessant, genau wie ihr Charakter. Sie ist eine vielschichtige Persönlichkeit, ein mutiger Sturkopf mit einigen psychischen Blockaden, einem außergewöhnlichen Hobby und einem sehr netten Hund.

Was mich persönlich am Roman gestört hat, ist die Sprache. Diese ist sehr einfach und flach gehalten, ich hätte mir mehr Raffinesse gewünscht. Besonders in den Kapiteln, die aus Livs und Olivers Perspektive erzählt sind, fand ich die Ausdrucksweise häufig gestelzt und unnatürlich, außerdem waren für mich zu viele rhetorische Fragen enthalten. Das hat mir die Spannung, die die Story eigentlich zu bieten hat, oftmals genommen. Auch die Auflösung des Falls fand ich unglaubwürdig und war daher etwas enttäuscht, dass das nun alles war.

Da ich aber auch viele sehr begeisterte Meinungen gehört und gelesen habe, macht ihr euch am besten selbst ein Bild!

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ISBN: 978-3-96029-000-1

Erscheinungsjahr: 2015

Seitenanzahl: ca. 400 Seiten

Verlag: edel&electric

Zur Website des Buches

  • Da ich aber auch viele sehr begeisterte Meinungen gehört habe, macht ihr euch am besten selbst ein Bild!
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