Rezension zu „Kräuter der Provinz“ von Petra Durst-Benning

viersterneIn ihrem ersten Gegenwartsroman widmet sich Petra Durst-Benning, die man sonst vor allem durch ihre historischen Romane kennt, ganz und gar dem kulinarischen Genuss. Schauplatz des Geschehens ist das idyllische Dorf Maierhofen, um dessen Wohl die alleinstehende Bürgermeisterin Therese besorgt ist, denn Maierhofen teilt das Schicksal vieler Dörfer: ausgestorbene Geschäfte, sinkende Einwohnerzahlen und immer weniger Anreize für Besucher von außerhalb. Zu ihren Sorgen um ihr Dorf Maierhofen gesellen sich für Therese auch noch persönliche Rückschläge. Neben ihrem Amt als Bürgermeisterin betreibt Therese auch noch einen Landgasthof, der ihre letzten Ressourcen raubt, und zu allem Überfluss hat sie auch noch die Diagnose Krebs erhalten, von der aber niemand etwas ahnen soll, da Therese ein Mensch ist, der zuallererst an die anderen denkt und ihr eigenes Wohlergehen in den Hintergrund rückt. Ein Hoffnungsschimmer ereilt Therese, als sie zufällig im Fernsehen ihre Cousine Greta sieht, zu der sie seit ihrer Kindheit keinen Kontakt mehr hatte: Greta ist mittlerweile eine erfolgreiche Werbekauffrau geworden. Ob sie eine Idee hat, wie Maierhofen geholfen werden könnte?

Petra Durst-Benning beschreibt das schöne Örtchen Maierhofen so anschaulich und idyllisch, dass man sich dort schnell heimisch fühlt und gut in die Geschichte hineinkommt. Ich hatte das Dorf und seine Bürger sofort vor Augen. 🙂 Im Roman wird aus der Perspektive mehrerer Charaktere des Dorfes erzählt, jedoch insgesamt wenig aus Thereses Perspektive, was für mich dazu führte, dass ich mich anderen Protagonisten wie der liebenswerten Greta viel näher fühlte, wohingegen mir Therese immer ein wenig fremd blieb. Glücklicherweise wird man dafür von den anderen Charakteren absolut entschädigt! Die Autorin hat einige besondere, vielschichtige Personen parat und mehr als einmal musste man sich eingestehen, dass hinter einem auf den ersten Blick ruhigen und schüchternen oder auch langweiligen Typ ein ganz besonderer Mensch steckt. Diese Persönlichkeiten und ihre jeweiligen Entwicklungen sind es, die die Geschichte ausmachen und dem Leser verdeutlichen, dass Schubladendenken nicht immer eine Berechtigung hat. Dank der liebevollen Charaktere und der Art, wie das Dorf zusammenhält und für Maierhofen kämpft, lässt einen dabei mitfiebern, ob Gretas geniale Werbeidee Erfolg haben wird. Dabei kann man darüber spekulieren, ob eine solche Idee auch in der Realität umsetzbar wäre, denn die Strategie und ihr Verlauf erscheinen insgesamt sehr idealistisch und konstruiert. Dennoch zeichnet sich eine klare Botschaft ab, die durch ein Nachwort der Autorin noch einmal bekräftigt wird.

Eine ganz nette Geste findet sich als Überraschung nach dem Ende der Geschichte: Da man während des Lesens Appetit auf mehr bekommt und am liebsten direkt im Geschehen sein würde, gibt es zumindest die Möglichkeit, mit allerlei Rezepten von Maierhofens Bewohnern kulinarisch am Ganzen teilzuhaben. Ein schöner Abschluss 🙂

Fazit: „Kräuter der Provinz“ ist ein gelungener Unterhaltungsroman mit einer tollen Botschaft und liebenswerten Charakteren.

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Taschenbuch, Klappenbroschur

512 Seiten

Verlag: blanvalet

ISBN: 978-3-7341-0011-6

Zur Website des Buches

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