Rezension zu „Der Ruf des Kuckucks“ von Robert Galbraith

viersterneJoanne K. Rowling präsentiert mit „Der Ruf des Kuckucks“ unter dem Pseudonym Robert Galbraith im Verlag blanvalet ihr Krimidebüt – gleichzeitig Auftakt zu einer Krimireihe mit dem außergewöhnlichen Ermittler Cormoran Strike.

Der Privatdetektiv Strike muss zu Beginn des Romans schon einige Federn lassen. Das Geschäft läuft mehr als schlecht, er kann seine Rechnungen nicht begleichen, erhält Drohbriefe von einem rachsüchtigen ehemaligen Klienten und zu allem Überfluss läuft es mit seiner Lebenspartnerin so schlecht, dass er fortan in seinem Büro hausen muss. Dort trifft ihn die sympathische Robin an, die als Büroaushilfe von einer Zeitarbeitsfirma zu ihm geschickt wird. Schnell wird Robin unersetzlich, denn Strike bekommt unerhofft einen neuen, öffentlichkeitswirksamen Auftrag: Er soll den angeblichen Selbstmord des Topmodels schlechthin „Lula Landry“ untersuchen. Ihr Bruder, der Auftraggeber, glaubt an einen Mord, denn es gibt Ungereimtheiten und die Polizeiarbeit war möglicherweise zu oberflächlich.

Cormoran Strike macht sich an die Ermittlungen und geht dabei sorgsam und gründlich vor. Die Autorin hat hier ganze Arbeit geleistet. Genau, wie ich es mag, ist hinterher der ganze Fall schlüssig und logisch dargestellt. Nach und nach setzen sich die Puzzleteile zusammen. Dabei ist die Lösung des Falls nicht vorhersehbar und der Leser wird an einigen Stellen überrascht. Mich erinnert der Stil ein wenig an die grandiosen „Hercule Poirot“ Krimis. Strike ist ein penibler, scharfsinniger Ermittler, der detektivische Höchstleistung erbringt und nicht davor zurückschreckt, sich selbst in Gefahr zu bringen.

Die Charaktere des Romans sind gut dargestellt worden und haben ihre ganz besonderen Eigenarten. Strike als Hauptfigur ist ein ziemlich kontroverser Typ. Zu Beginn des Romans kommt er als Verlierer daher, dem nichts gelingen will. Richtige Sympathie konnte ich an der Stelle noch nicht zu ihm aufbringen. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, umso mehr erfährt der Leser über Strike und man gewöhnt sich an seine eigenbrötlerische Art. Ich mag Charaktere, die vielfältig sind, und Strike bietet auch für Folgefälle sicher noch einige Überraschungen. Seine Aushilfssekretärin Robin hingegen schließt man von Anfang an ins Herz. Sie hat eine erfrischende Art und kommt mit Strike außerordentlich gut zurecht. Hoffentlich sehen wir sie im nächsten Roman wieder!

Einziger Kritikpunkt ist für meinen Geschmack der Plot an sich. Strike ermittelt in der Welt der Topmodels, Designer und Musikstars. Das Business für mich nicht von Interesse und die Persönlichkeiten, die sich in dieser oberflächlichen Welt herumtummeln, sind für meinen Geschmack auch hier oberflächlich und einseitig.

Der Schreibstil hat mich hingegen voll überzeugt. Die bereits erwähnte Ermittlungsarbeit wird hervorragend geschildert, es kommt häufig Spannung auf und ich liebe den Humor der Autorin, der manchmal so herrlich zwischen den Zeilen versteckt ist. Very british!

Auf den nächsten Galbraith-Krimi freue ich mich daher und sehe, was die Story anbelangt, noch sehr gutes Potential.

91hrb+jOQ0LOriginaltitel: The Cuckoo’s Calling
Aus dem Englischen von Wulf Bergner, Christoph Göhler, Kristof Kurz
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 640 Seiten
ISBN: 978-3-7645-0510-3

Verlag: Blanvalet

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