Rezension zu „Die Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer

dreisterneNachdem mich der erste Teil von „Die Seiten der Welt“ nicht vollends überzeugt hatte, aber auch kein wirklicher Reinfall war, dachte ich, dass mir die Welt der Bibliomantik nun im nächsten Teil vielleicht schon vertrauter werden und mir mehr gefallen würde. Und weil mich das Cover so schön anglänzte, habe ich zum Folgeband gegriffen.

Die Geschichte im zweiten Band beginnt ziemlich abrupt. Obwohl es noch nicht lange her war, dass ich den ersten Teil gelesen hatte, fand ich es schon schwierig, mich genau an die wichtigsten Infos aus Band 1 zu erinnern. Das wird aber leider vorausgesetzt – kleine Erinnerungshilfen fehlen fast vollkommen.

Nachdem Furia die Zerstörung der Bibliomantik durch die Leeren Bücher im ersten Teil verhindern konnte, geht der Kampf im Widerstand gegen die Akademie weiter. Doch hier ist schon ein Knackpunkt. Geht es wirklich noch um den Kampf gegen die Akademie, bzw. worum genau geht es eigentlich? Richtig Aufschluss gibt da auch die Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches nicht. Gefühlt gibt es alle paar Seiten einen neuen „Bösewicht“, der schneller verschwindet, als man ihn eigentlich kennenlernen kann. Dabei ist es nicht etwa so, dass sich mache Feinde am Ende gar nicht als Feinde herausstellen, wie es in so machen Büchern der Fall ist. Vielmehr reiht sich der eine nahtlos an den anderen. Das finde ich ziemlich verworren und auch irgendwie langweilig. Mir gefällt es eher, in Geschichten einen Feind zu haben, der auch näher beschrieben wird und dessen meist kontroversen Charakter man kennenlernt. Die „Feinde“ in „Die Seiten der Welt“ bleiben mir völlig fremd.

Das Buch ist sicherlich nicht schlecht geschrieben und wird seine Fans schon finden. Auch die Geschichte hat durchaus ihre interessanten Seiten: ich mag die Idee eines Seelenbuchs und finde die Nebenhandlungen, beispielsweise die Geschichte um Patience und Nassandra, sehr gelungen. Auch Furias Bruder Pip bekommt mehr Aufmerksamkeit und den find ich richtig toll! Ein spannender Charakter, der im ersten Teil noch mit seiner Angst vor Clowns beschäftigt war, zeigt nun, was in ihm steckt. Er kann sich gut in andere Menschen hineinversetzen (und Exlibri :-))  und ist ein ziemlich netter, lustiger, einfühlsamer, schlauer und aufmerksamer Bursche. Für mich stiehlt er Furia komplett die Show! Ich hätte viel lieber mehr über Pip gelesen. Furia ist für mich keine richtige Hauptfigur. Sie bleibt meiner Meinung nach vollkommen blass und charakterlos. Selbst Isis Nimmersis ist auch im zweiten Band viel präsenter als Furia.

Das ist sicherlich ein Hauptpunkt, weswegen mich das Buch nicht fesseln kann. Ein weiterer Grund liegt darin, dass mich die fantastische Welt, in der die Geschichte spielt, einfach nicht in ihren Band ziehen kann. In dieser Welt fehlt mir der rote Faden. Für mich wirkt es weiterhin so, als hätte sich der Autor einfach ein paar nette Phänomene ausgedacht, die seine Fantasiewelt der Bücher von der wirklichen Welt unterscheiden, die er dann aber auch nur kurz anreißt. Es ist keine runde Welt, ich kann mich in sie nicht hineinversetzen und vor allem ist sie mir zu komplex und verworren. EInfach nicht richtig ausgereift.

Fazit: Schade, ich hätte gedacht, dass der zweite Band doch noch die Kurve kriegt, aber er hat mich leider enttäuscht.

Kai-Meyer-Die-Seiten-der-Welt-NachtlandRoman
592 Seiten, gebunden
FISCHER FJB
ISBN 978-3-8414-2166-1

homepage: www.fischerverlage.de

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7 Gedanken zu “Rezension zu „Die Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer

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